Mittwoch // 31.01.2018 // 19 Uhr // LiZe (Dahlienweg 2a, Rgb.)

In der deutschen (extremen) Rechten werden offen Sympathien für Russland gehegt und ihre AkteurInnen – von RechtspopulistInnen bis NeonazistInnen – versuchen Kontakte in das Land aufzubauen. Ideologischer Hintergrund dürfte hierbei sein, dass „Der Westen“ als Inbegriff für gängige Feindbilder – wie zum Beispiel der verhassten Moderne und des Liberalismus – gilt und Russland als Gegenstück dazu erscheint. Mit dem Eurasismus – einer sehr erfolgreichen extrem rechten Strömung in der Russischen Föderation – ist hierfür auch ein Anknüpfungspunkt gegeben.

Der Vortrag beleuchtet die Russland-Strategien der westeuropäischen (extremen) Rechten, zeigt die Hintergründe der russischen Unterstützung für Organisationen auf und blickt auf die Folgen.

Jörg Kronauer // Freier Journalist und Buchautor aus London, Referent des Antirassistischen Bildungsforums Rheinland

Mittwoch // 28.02.2018 // 19 Uhr // LiZe (Dahlienweg 2a, Rgb.)

In den Jahren zwischen 2000 bis 2007 hat der «Nationalsozialistische Untergrund» (NSU) mindestens neun Menschen aus rassistischem Motiv ermordet. Im Mai 2013 begann der Strafprozess gegen fünf Angeklagte, unter anderem wegen dieser Taten und der Unterstützung des NSU vor dem Oberlandesgericht München. Seit Sommer 2017 ist das Verfahren in die Plädoyerphase eingetreten, seit Mitte November hält die Nebenklage ihre Plädoyers und Nebenkläger*innen geben eigene Erklärungen ab. Es stehen in diesen  die Perspektive der Angehörigen und Betroffenen im Vordergrund. Eine davon wird von Antonia von der Behrens, eine der Rechtsanwält*innen der Hinterbliebenen des vom NSU ermordeten Mehmet Kubaşık, vertreten.

Im Vortrag wird die Referentin eine vorläufige Auswertung des Prozesses geben und dabei Kritik an den Ermittlungen und am Prozess üben, da diese das den Angehörigen gegebene Aufklärungsversprechen nicht einlösen.

Antonia von der Behrens // Rechtsanwältin aus Berlin, Nebenklagevertreterin im NSU-Prozess

Mittwoch // 28.03.2018 // 19 Uhr // LiZe (Dahlienweg 2a, Rgb.)

Seit Jahren baut die europaweit agierende extrem rechte Gruppierung »Die Identitäre Bewegung« an eigenen Strukturen, um jugendlichen AdressatInnen ein breites Angebot an soziokulturellen Aktivitäten anbieten zu können. „Wir sind patriotische Streetworker“, mit dem Ziel einer „patriotischen Erziehung der Jugend“ wird dabei verlautbart. Vorbild dürfte hierbei die neofaschistische italienische Gruppe »Casa Pound« sein, die zahlreiche Stadtteilzentren unterhält und sich in größeren Städten als SozialarbeiterInnen – zum Beispiel in der aufsuchende Jugend- sowie der Communityarbeit – betätigt.

Der Vortrag wird einen, in der bisherigen Auseinandersetzung mit neueren extrem rechten Gruppierungen, eher marginalisierten Punkt aufgreifen: Die konkreten Manifestationen dieser Ideologie in der reaktionären Besetzung sozialen und kulturellen Raumes.

Jerome Trebing // Sozialarbeiter und Soziologe aus Wien; Twitteraktivist (@MenschMerz)

Mittwoch // 25.04.2018 // 19 Uhr // LiZe (Dahlienweg 2a, Rgb.)

Die neonazistische Rechte in Ostbayern ist kein monolithischer Block, sie besteht aus verschiedenen Organisationen und Strömungen. Neonaziparteien sorgen regelmäßig mit Kundgebungen gegen Flüchtlinge oder zur Verherrlichung des Nationalsozialismus für Aufmerksamkeit, hingegen werden neonazistische ‚Bruderschaften‘ und Rockerclubs, die Rechtsrockszene oder militante Strukturen in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.

Im Vortrag soll ein Überblick zu den verschiedenen AkteurInnen gegeben werden, dabei finden auch der Netzwerkcharakter und die verbindenden ideologischen Momente Beachtung.

Jan Nowak // Publizist und Bildungsreferent mit dem Schwerpunkt Neonazismus und extreme Rechte in Bayern

Mittwoch // 30.05.2018 // 19 Uhr // LiZe (Dahlienweg 2a, Rgb.)

Rechtsterroristische Strukturen werden meist als männerbündlerische Kampfeinheiten verstanden und nicht selten sind sie auch als solche konzipiert. Durch die Selbstenttarnung des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) ist mit Beate Zschäpe eine Täterin in den Fokus gerückt, an der sich Klischees über die Rolle von Frauen in der Naziszene zugleich brechen und reproduzieren. Im Münchner Strafprozess inszeniert sie sich als unbeteiligt, unwissend und abhängig von den beiden Männern. Diese Inszenierung wird im Vortrag mithilfe der Analysekategorie Gender widerlegt.

Eike Sanders // Mitarbeiterin des apabiz e.V. (Berlin), Teil von NSU-Watch sowie Mitglied des Forschungsnetzwerkes Frauen und Rechtsextremismus

Mittwoch // 27.06.2018 // 19 Uhr // LiZe (Dahlienweg 2a, Rgb.)

Bei der bayerischen Landtagswahl 2013 konnten radikale rechte Parteien mit Ergebnissen unter 1 Prozent der gewählten Stimmen keine Erfolge für sich verbuchen. Mit dem Erstarken der radikalen Rechten in den letzten Jahren und der Etablierung der Partei »Alternative für Deutschland« als politische Kraft wird es aber bei dieser Erfolglosigkeit in der kommenden Landtagswahl im Herbst 2018 nicht bleiben. Der Vortrag wird deshalb parteipolitische radikale rechte AkteurInnen beleuchten und eine Prognose für deren Einzug in den bayerischen Landtag stellen.

Robert Andreasch // Freier Journalist, Mitarbeiter vom Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e. V. (aida e.V.)